Sonnenuntergänge und Strohballen

Seit ich fotografiere, warte ich jedes Jahr im August darauf, dass endlich wieder die fotogenen Rundballen auf den Feldern liegen. Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, diese Motive im Sonnenuntergang in Szene zu setzen.

Ich bin an so manchem Abend herumgefahren, um nach Rundballen Ausschau zu halten und hatte relativ konkrete Vorstellungen von meinem Bild: Hanglage wäre gut, schicke Landschaft drumherum, Struktur im Himmel und bestenfalls ein Sonnenuntergang. Manchmal hatte ich tagsüber Ballen liegen sehen, die dann abends schon wieder verschwunden waren, als ich mit der Fotoausrüstung angerückt kam. Irgendwann passte dann alles und ich konnte sogar an zwei verschiedenen Spots schicke Rundballen-Fotos schießen:

Diese beiden Bilder entstanden am 08. August in Melle-Wennigsen an der Allendorfer Straße. Während ich dort meine Fotos machte, kam noch ein zweiter Fotograf hinzu, den ich bisher nur aus den Fotogruppen bei Facebook "kannte", und der dieselbe Idee hatte.

Das zweite Foto wurde am 27.08.2016 als "Leserfoto der Woche" im Meller Kreisblatt abgedruckt:

Zwei Tage später habe ich mich erneut auf einem Stoppelfeld aufgehalten, diesmal in Dratum-Ausbergen in der Nähe der Gaststätte "Zur Bifurkation". Auch dort sind noch einmal stimmungsvolle Bilder entstanden:

Diese Fotos sind auch alle in meinem Album "Sonnenaufgänge | Sonnenuntergänge" zu finden. Schaut euch gerne das gesamte Album mal wieder an.

Zum Abschluss dieses Beitrages noch etwas zum Schmunzeln - quasi aus der Rubrik "Was tut man nicht alles für ein Foto?". Für ein Buchprojekt über den Stadtteil Melle-Buer wurden noch Bilder von der Huntequelle gebraucht und man hatte mich gefragt, ob ich die wohl machen könnte. Klar, warum nicht? So ein Ausflug in die Natur ist immer spannend und ich muss gestehen, dass ich seit meiner Grundschulzeit nicht mehr dort gewesen war.

 

Dass es sich bei der Huntequelle um keine sprudelnde Quelle handelt, war mir soweit auch bekannt. Vielmehr gibt es verschiedene Quellarme, die aus dem Boden drücken und sich irgendwann zum Oberlauf der Hunte vereinen.

Nicht erwartet hatte ich allerdings, dass ich tatsächlich samt Stativ IN die Quelle hinabsteigen muss, um überhaupt ansatzweise Quellfeeling ins Foto zu bekommen. Klares Quellwasser wäre mir deutlich lieber gewesen und ich weiß jetzt auch, warum man die Fotos nicht selber gemacht hat - dort unten erwartete mich das, was man wohl als "Modder" bezeichnet und dazu führte, dass meine Turnschuhe am Ende so aussahen:

Meinem Stativ ging es ähnlich, das löste sich am Ende des Shootings mit einem satten Schmatzer nur schwerfällig aus dem Sumpf. Der Einsatz hat sich aber zumindest gelohnt: Eins der Fotos wird in dem Bildband veröffentlicht, der Ende September erscheinen wird. Dort werden auch noch weitere Bilder von mir zu finden sein - dazu dann zu gegebener Zeit mehr.