Kugelfotos - Die ersten Versuche

In den verschiedenen Fotogruppen, in denen ich im Internet aktiv bin, beobachte ich schon seit einiger Zeit sehr interessiert Bilder, die durch eine Glaskugel fotografiert wurden. Ich finde diese Aufnahmen sehr faszinierend und hatte mir schon vor längerer Zeit eine Glaskugel bestellt. Am letzten Wochenende habe ich die Kugelfotografie zum ersten Mal ausprobiert.

Als Motiv hatte ich mir die Schelenburg in Schledehausen ausgesucht und diese Wasserburg habe ich dann im Laufe des Shootings eingekugelt:

Das Fotografieren durch eine Glaskugel eröffnet einem völlig neue Blickwinkel und ich musste zunächst mal gucken, wo ich die Kugel am besten hinlegen kann. Sie muss stabil liegen, das Hauptmotiv soll logischerweise schön in der Kugel zu sehen sein und außerdem wollte ich den Hintergrund mit in die Bildgestaltung einbeziehen. Eine Herausforderung ist die Platzierung der Kugel. Bei meinem Exemplar ist ein kleiner Glassockel mit dabei gewesen, aber dieser stört mich im Foto. Ich habe die Kugel erstmal in einen Dichtungsring aus Gummi gelegt, den man im Baumarkt bekommt.

 

Hier ein Beispielfoto vom Aufbau:

Wenn alles soweit aufgebaut ist, muss man genau schauen, dass man den Fokus passend setzt. Dieser soll natürlich auf dem Motiv in der Mitte der Kugel liegen - da eine Kugel aber nun mal rund ist, muss man aufpassen, dass der Fokus nicht auf deren Außenkante hängenbleibt, dann passt die Schärfe nicht. Ich habe mit der Spotmessung gearbeitet und das hat meistens gut funktioniert.

 

An meinem Beispielfoto sieht man mehrere Gründe, warum eine Nachbearbeitung von Kugelfotos mit einer Bildbearbeitungssoftware unbedingt nötig ist: Erstmal sieht dieser rote Pfosten, auf dem die Kugel liegt, nicht sonderlich toll aus. Das Foto muss also beschnitten werden. Außerdem steht das Motiv in der Kugel auf dem Kopf - das kann bei manchen Motiven ganz OK sein, aber bei Gebäuden geht das meiner Meinung nach nicht. Mit Photoshop kann man sowohl die Kugel alleine drehen, oder direkt das gesamte Bild. Die Kugel alleine zu drehen, macht nur Sinn, wenn diese vollständig im Bild zu sehen ist. Bei meinem Foto würde das Drehen der Kugel kein schönes Ergebnis liefern, weil man meine schwarze "Unterlegscheibe" sieht - diese würde nach dem Drehen dann oben auf der Kugel zu sehen sein.

 

Also habe ich das gesamte Foto vertikal gespiegelt und so gefällt es mir. Es hängt wohl wirklich vom jeweiligen Motiv ab, wie man das Bild bearbeitet.

Mit meiner Glaskugel werde ich sicher noch häufiger losziehen - das Thema ist spannend! Allerdings nimmt man so eine Kugel nicht mal eben im Fotorucksack mit. Meine hat einen Durchmesser von 10 cm und sie wiegt schon so einiges - sie wird also wohl eher gezielt zu bestimmten Einsätzen mitgenommen.

 

Ich habe ziemlich viele Kugelbilder von der Schelenburg gemacht, alles mögliche probiert und mit verschiedenen Kameraeinstellungen herumgespielt. Das linke Foto ist die fertig bearbeitete Version vom Beispielbild oben - die Einstellungen habe ich wieder unter die Bilder geschrieben: