Eine Person mehrfach auf einem Bild

Vor einigen Tagen habe ich mein erstes Composing gemacht und mich selber mehrmals in einem Foto platziert. Einigen von euch wird das Bild auf der Startseite meiner Homepage schon aufgefallen sein, auf dem ich 5 x an verschiedenen Positionen bei uns im Garten zu sehen bin. In diesem Beitrag werde ich erklären, wie ich das Bild gemacht habe.

Als erstes habe ich mir überlegt, was für ein Foto ich am Ende haben möchte: Welche Location eignet sich? In welchen Situationen möchte ich auf dem Bild zu sehen sein? Welche Requisiten könnte ich benutzen?

 

Mein aktuelles Bild besteht aus 5 einzelnen Fotos, die ich nacheinander gemacht habe. Wichtig ist dabei, dass die Kamera auf einem Stativ steht, um alle Bilder aus derselben Perspektive zu schießen. Die Kameraeinstellungen sollten für die Bilderreihe nicht verändert werden. Ich habe hier auf den Rasen im Vordergrund fokussiert und die Blende geschlossen (f/13), um eine gute Schärfentiefe zu erreichen. Dann noch die Verschlusszeit und ISO passend eingestellt und los gings.

 

Als die Kamera soweit klar war, habe ich mich in die unterschiedlichen Positionen begeben und die Fotos gemacht. Zum Auslösen benutzt man am besten einen Fernauslöser (Funk oder Kabel). Ich hatte in diesem Fall sogar Unterstützung und musste gar nicht selber auslösen. 


Damit war der fotografische Teil der Aktion erledigt und es ging am Notebook weiter. Alle Fotos habe ich mit denselben Einstellungen im RAW-Konverter entwickelt. Das muss man nicht unbedingt machen, man kann natürlich auch unbearbeitete jpg-Fotos benutzen. Wenn man die Fotos allerdings mit einem Bildbearbeitungsprogramm entwickelt und bearbeitet, sollte man wirklich darauf achten, dass man dieselben Einstellungen für alle Bilder verwendet – sonst passen sie am Ende nicht zusammen!

 

Anschließend habe ich alle Bilder in eine Datei in Photoshop Elements importiert – jedes Foto liegt dort auf einer separaten Ebene. Man muss sich das so vorstellen, als würde man Papierabzüge übereinander stapeln – nichts anderes ist grundsätzlich das Arbeiten mit Ebenen in der Bildbearbeitung. Vermutlich überlegt ihr euch jetzt gerade anhand des Papierfotobeispiels, dass man so ja nur das oberste Bild sieht – und das gilt auch in Photoshop. Um das zu ändern, habe ich die 4 oberen Bilder mit einer schwarzen Ebenenmaske versehen. Dadurch wurden diese Fotos quasi ausgeblendet und nur das Basisfoto (in diesem Fall das, wo ich ganz rechts im Bild lesend zu sehen bin) war sichtbar.

 

Danach habe ich mich von Ebene zu Ebene durchgearbeitet und mit einem weißen Pinsel die Bereiche aus den anderen Fotos hervorgeholt, die sichtbar sein sollen. Das war zunächst logischerweise immer meine Person, manchmal war es aber auch mehr. Man sollte sich Zeit lassen und genau darauf achten, was aus welchem Bild für das Gesamtwerk wichtig ist (z.B. Schatten) - am Ende möchte man ja ein stimmiges Foto haben.

 

Wenn dann alles passt, darf man sich freuen, das Bild abspeichern und benutzen. 


Diese Erklärung sollte eine Übersicht über meine Vorgehensweise liefern und nicht zu sehr ins Detail gehen. Einzelfragen dazu beantworte ich natürlich gerne und wenn jemand mal eine Idee für so ein Composing hat: Nur Bescheid sagen, dann setzen wir das mal zusammen um. Mir hat die Arbeit großen Spaß gemacht und ich gucke mir das Foto nach wie vor noch jeden Tag stolz wie Bolle an.