Langzeitbelichtungen am Wasser

Seitdem ich meine Grauverlaufs-, bzw. Graufilter habe, bin ich natürlich permanent auf der Suche nach Einsatzmöglichkeiten, um das Arbeiten mit den Filtern zu üben. Insbesondere in Verbindung mit Wasser kann man durch Langzeitbelichtungen schöne Effekte erzielen und damit habe ich mich an den letzten beiden Wochenenden beschäftigt.

Wozu man bei Langzeitbelichtungen am Tage den Graufilter einsetzt, hatte ich in diesem Blogeintrag schon erklärt. Wenn ein Graufilter im Einsatz ist, kann man ein Foto längere Zeit belichten, ohne dass das Bild am Ende überbelichtet ist. Und länger belichten möchte man ab und zu, um mit einem Foto eine bestimmte Stimmung zu vermitteln. Wenn man z.B. fließendes Wasser fotografiert, kann man bei kurzen Belichtungsszeiten die Wassertropfen förmlich einfrieren, während man mit einer längeren Belichtung den Verlauf des Wassers weicher macht. Als Beispiele habe ich mal zwei Fotos herausgesucht, die ich im vergangenen Jahr in der ZOOM-Erlebniswelt in Gelsenkirchen gemacht habe:

Man kann den Unterschied sehr gut sehen: Es ist dasselbe Motiv und dennoch wirken die Bilder völlig verschieden. Das erste Foto habe ich mit 1/640 Sekunde recht kurz belichtet und die Blende weit offen gehabt (F/5.6). Das Wasser wirkt dynamisch und das Foto hat Action. Beim zweiten Bild habe ich die Blende geschlossen (F/25) und 1/30 Sekunde belichtet, also deutlich länger. Ohne Stativ ist so eine Belichtungszeit schon grenzwertig, aber hier hat es ja noch geklappt, ohne die Aufnahme zu verwackeln. Als Ergebnis habe ich ein ruhiges Foto erhalten mit einem weichen Verlauf des Wassers.

 

Tipp: Diese beiden Fotos habe ich aus der Hand geschossen, ohne Stativ und ohne Filter. Um diese unterschiedlichen Bildeffekte hinzubekommen, reicht also zunächst einmal eine Kamera aus, an der man die Blende und die Verschlusszeit manuell einstellen kann - probiert es einfach mal aus! Die von mir benutzten Einstellungen hatte ich ja erwähnt und sie sind zusätzlich unter den Fotos zu sehen, wenn ihr diese groß klickt.

So: Jetzt aber zu meinen aktuellen Wassershootings mit Stativ und Graufiltereinsatz. Die ersten Versuche machte ich an der Wierau bei Bissendorf. Hier war erst mal noch nicht ganz so viel Wasserbewegung zu glätten, aber wie man auf dem "Making Of"-Foto sehen kann (das ich mit dem iPhone gemacht habe), ist durchaus etwas Dynamik in der Szene vorhanden. 

Das erste Bild zeigt also das "Making Of" und das zweite Foto eines der Ergebnisse:

Bei der zweiten Aufnahme betrug die Belichtungszeit 110 Sekunden und brachte dadurch den von mir gewünschten Effekt (alle Einstellungen stehen wieder unter dem Bild).

Wie ich auf diese Kameraeinstellungen gekommen bin? Ich habe ganz einfach verschiedene Sachen ausprobiert, mir die Bilder auf dem Kameradisplay angesehen und mich so an das gewünschte Ergebnis herangetastet. Zum Ausrechnen der verlängerten Belichtungszeit mit dem Graufilter benutze ich die App "nd:rechner". So ein Foto ist also nicht mal eben so nebenbei "geknipst" - es braucht gewisse Vorbereitungen.

Den Pfingstsonntag habe ich dann einige Stunden im Kasinopark in Georgsmarienhütte verbracht, wo ein kleiner Wasserfall auf mich wartete. Und wieder habe ich mit meinem iPhone die Aufnahmesituation fotografiert. Diese war hier nicht ganz so einfach, weil das Gelände recht matschig war und ich außerdem wenig Platz hatte, um mein Stativ aufzubauen:

Alle Ergebnisse dieser beiden Shootings könnt ihr euch im Album

 

Bunte Vielfalt

 

anschauen.