Warum auf Friedhöfen fotografieren?

Ich werde ab und zu gefragt, was mich denn bitte schön immer wieder dazu bringt, auf Friedhöfen zu fotografieren. Gerade am letzten Wochenende war ich tatsächlich schon wieder auf dem Hasefriedhof in Osnabrück unterwegs. Also, warum eigentlich? Zunächst einmal finde ich auf einem Friedhof logischerweise viel Ruhe und Natur. Da ich beides sehr mag und weil ich weiß, dass es dort immer Fotomotive gibt, halte ich mich insbesondere auf historischen Friedhöfen sehr gerne auf.

Was macht Friedhöfe für Fotografen so besonders? Ich fotografiere gerne Details und mag es außerdem, mit offener Blende unterwegs zu sein und dadurch mit den Schärfebereichen eines Motivs zu spielen. Besondere Statuen und Ornamente, spezielle Inschriften auf Grabsteinen und Kreuzen und auch verwitterte und kaputte Grabsteine machen für mich den Reiz der Friedhofsfotografie aus. Manchmal muss man genau hinsehen, um das gewisse Motiv zu entdecken und hinter jedem Grab stecken Schicksale und Geschichten - Emotionen zu wecken gehört für mich zu einem Friedhofsfoto mit dazu.

Neben dem Blick fürs Detail spielt auch die Lichtstimmung auf dem Friedhof eine große Rolle. Zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten wirkt dasselbe Motiv völlig unterschiedlich. Interessant ist auch das Spiel mit Schatten. Ein weiterer Aspekt ist die Bildbearbeitung, wo ich insbesondere bei Friedhofsfotos die Farben ab und zu entsättige, bzw. ein Bild gänzlich in schwarz-weiß konvertiere.

Das waren ein paar Beschreibungen und Beispielfotos, was die Friedhofsfotografie für mich persönlich ausmacht. Es sind die Sensibilität des Ortes und die Stille, die keinerlei Hektik beim Fotografieren aufkommen lassen. Ich kann dort in Ruhe die Szenen und Stimmungen auf mich wirken lassen, die Inschriften lesen und ohne Eile verschiedene Kameraeinstellungen ausprobieren. Die Ergebnisse seht ihr in meinen Friedhofsgalerien:

 

Hasefriedhof Osnabrück

 

Johannisfriedhof Osnabrück